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Donnerstag, 26. Juli 2012

Tat und Staat

"Felix Menzels Artikel „Fetisch Nationalstaat“ und Martin Böckers „Über Vorhäute, die uns nichts angehen“ offenbaren, daß das Verhältnis der Rechten zum liberalen Verfassungsstaat klärungsbedürftig ist, und dies nicht zum Zwecke „verfassungsschützender“ Gesinnungszensur, sondern weil der antiliberale Affekt in beiden Artikeln so skurrile Blüten treibt, daß er sich selbst ad absurdum führt."

Natürlich hat Menzel recht: Der Nationalstaat ist eine Erfindung der Jakobiner. Es ist eine Marginalie ob sich ein solcher Staat nun "kapitalistisch" oder "sozialistisch" nennt. Ich kenne beide Systeme und ich weiß, dass Evola Recht hatte, als er die Sowjetunion mit den USA verglich. Beide Modelle entstammen demselben Ideenvorrat. Sie sind links, im schlimmsten Falle sogar linksliberal. Aus "dem Staat" wird ein Fetisch gemacht, hinter sich dem Paragrafenreiter statt Männer und Federfuchser statt Führer anonymisieren, damit man ihre Mittelmäßigkeit nicht erkennt.

Natürlich hat Alfred Baeumler Recht, wenn er davon schrieb, dass in solchen Systemen der Mann allenfalls noch als Drohne in einem Bienenstock geduldet wird. Ich teile die Meinung Davilas, der Rechtsstaat als Übel und die Willkür als Freiheit geortet hat. Einen Tyrannen kann man ermorden, ein Gesetz nicht. Und ich teile die Meinung von Edgar Julius Jung, der ihn als Herrschaft der Minderwertigen entlarvte.

Das ist nichts zu diskutieren. Über Männer, Führung und Gefolgschaft – gerne. Aber über Staaten nicht. Allenfalls darüber, wie man sie zerschlagen kann. Der Rest ergibt sich aus Taten, ohne dass man Theorien bemühen muss, die aus der Feder eines Karl Marx geflossen sind. So wie uns diese Sippschaft gegeneinander hetzt und entehrt.

Wenn sich die Rechte als bessere Linke versucht, dann kann ich Günter Rohrmosers Ausbruch gegen Weißmanns Methoden gut verstehen. Was ist für Rechte, Konservative und Reaktionäre blöder, als die Mannestat mit Theorien zu vertauschen und in irgendwelchen Hinterzimmern "weltanschauliche" Diskussionen zu führen, die regelmäßig von den Linken aufgemischt werden? Ich habe keine "Weltanschauung". Sie ist so überflüssig wie ein Kropf.

Der Staat ist nichts. Schluss mit der Herrschaft von Theorien. Ich sehne mich nach Taten.

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(1) Der antiliberale Affekt: Fundamentalismus ohne Fundament | Sezession im Netz

Kommentare:

  1. Besonders zum letzten Satz: "Die Einwände gegen einen dummen Gedanken in klarer Form ausgedrückt zu lesen ist ein Vergnügen."
    Davila

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  2. Ein interessantes Bild als Ouvertüre und ein fulminanter Schlußakkord. Deute ich das recht? Sehen wir uns ähnlich? wäre gespannt auf die Antwort ...

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    1. Die zwei Typen im Bild, sind die Mörder von Walter Rathenau. Kern und Fischer. Von den Motiven der Tat mag man halten was man will, mich hat allerdings ihr Wille zur Tat beeindruckt, obwohl sie wussten, dass sie aus der Geschichte nicht lebend herauskommen würden.

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