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Mittwoch, 7. März 2012

Tschechien: Britisches Kunstprodukt

"Ein Jahr vor seinem Abschied aus der Prager Burg plant Präsident Klaus seine Zukunft. Sie soll vor allem eines sein: antieuropäisch."

Nicht die EU ist problematisch. Gegen ein europäisches Reich kann es keine ernsthaften Einwände geben. Den deutschen Nationalisten sei ihr Kampf gegen die deutsche Kleinstaaterei von gestern ins Stammbuch geschrieben. Die europäische Kleinstaaterei ist heute ein Übel.

Alles was man tun muss, ist für eine politische Wende zu sorgen, eine Abkehr von sozialistischen Tendenzen, hin zu einer Macht, die sich aus der anglo-amerikanischen Vormundschaft löst und selbstständige politische Ziele verfolgt.

Ein föderaler Aufbau der EU wäre ein guter Kompromiss zwischen der Wahrung nationaler, respektive regionaler Interessen und globalem Denken und Handeln. Böhmen und Mähren war immer eine wichtige Landschaft im europäischen Kontext. Prag ist durch und durch europäisch geprägt. Die Tschechei hingegen ein britisches Kunstprodukt im Gefolge des Weltkrieges.
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(1) Tschechien: Václav Klaus will Europäische Union zerschlagen; WELT ONLINE

Kommentare:

  1. Tschechien ....Ein britisches Kunstprodukt im Gefolge des Weltkrieges?

    Wenn schon, dann allenfalls ein Produkt im Sinne der Franzosen. Die Franzen waren der engste Verbündete der Tschechen in der Zeit der „Staatswerdung“ der Tschechei 1918/19. Sowohl Englands Ministerpräsident Lloyd George als auch US-Präsident Wilson hatten ernsthafte Zweifel an der damals durchgesetzten tschechisch-französischen Lösung, schreibt neben anderen der österr. Journalist Payrleitner. Den Ausschlag bei den Grenzziehungen im Westen der Tschechei gaben meist die Generalstäbler des Marschall Foch.
    Die tschechische Politik operierte damals - wie so oft - mit dem alten böhmischen Staatsrecht, also mit den seit zwölf Jahrhunderten gewachsenen Grenzen; und Böhmen sollte ungeteilt bleiben - eine „geheiligte Forderung“. Das historische Staatsrecht aus der Sicht der Deutschen wurde nicht berücksichtigt. Spätestens seit der Golden Bulle 1356 war Böhmen so deutsch, dass es sogar ein deutsches Kurfürstentum wurde, Das Herzogtum Österreich besaß z.B. nie dieses Recht.
    Soweit geschichtliche Reminiszenzen. Das perfide Albion war bei dieser Geschichte vergleichsweise wenig verantwortlich.
    Böhmen wäre schon ein Paradeprojekt für eine „europäische“ Politik.
    Die meisten kritischen Einwände von Vaclav Klaus gegen die gegenwärtige Politik und Form der „EUdSSR“ kann ich unterstreichen. Klaus ist aber, trotz seiner marktwirtschaftlichen und libertären Orientierung, ein verbliebener tschechischer - nicht böhmischer - Nationalist. Das beweist u.a. seine Haltung zu den Benes-Dekreten.
    Ein „böhmischer“ Europäer ist da schon eher Karl von Schwarzenberg (http://altmod.de/?s=Schwarzenberg).

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  2. Wir reden hier aneinander vorbei, wiewohl wir vermutlich dasselbe meinen.

    Die gegenwärtige Politik der EU ist nicht akzeptabel, aber sie bestimmt auch die Form, über die man allerdings erst streiten kann, wenn man die Politik bestimmt. Insofern habe ich ein ambivalentes Verhältnis zum neuen europäischen Reich. Grundsätzlich ablehnen werde ich es nicht. Es gibt keine deutschnationale Lösung. Die gab es nie. Die Deutschen waren bis an die Wolga verstreut. Deutsch sein, heißt den Reichsgedanken pflegen. Ohne wenn und ohne aber.

    Ich brauche keinen Nationalstaat, um ein Deutscher zu sein. Ich bin kein deutscher Nationalist, sondern ein reinrassiger Deutscher. Ein Sachse, in (mindestens) achter Generation. Ich brauche dazu weder Pass, noch Ausweis oder Fahne. Nur mein Erbe und das Kirchenbuch.

    Havel ein böhmischer Nationalist? Das habe ich nicht behauptet. Ich bestreite im Gegenteil den Anspruch der Tschechen auf einen eigenen Nationalstaat, gerade weil Böhmen und Mähren uraltes Reichsgebiet waren und weil ich Völker, die sich über Staatlichkeit definieren, für ein Übel halte.

    Nationalismen, da gebe ich Dir im vollen Umfang recht, sind Produkte franzmänischen Denkens. Aber es war die Entente, die während der Weltkriegspause Nationalismen präferierte und sie gegen das Deutsche Reich in Stellung brachte. Es waren die Engländer, nicht die Franzosen, die in der Entende den Ton angaben und die in der Tschechei eine unsinkbaren Flugzeugträger erblickten. Siehe auch die englische Politik Baltikum.

    Aber wir 'streiten' uns hier um nebensächliche Nichtigkeiten. Oder?

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  3. Natürlich streiten wir gewissermaßen um Nebensächlichkeiten und sind gar nicht auseinander.

    Sch...., denn ich muss Dich nochmals korrigieren. Nicht Vaclav Havel steht für mich als "böhmischer Nationalist" zur Debatte, sondern der aktuelle Vaclav Klaus.

    Dem Reichsgedanken bin - glaube ich - genauso nah wie Du.

    Wir müßten uns mal treffen, miteinander nicht nur alte Reichsgebiete bereisen und uns dabei unsere Ansichten und Erfahrungen um die Ohren hauen.

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  4. Ja gut. Havel oder Klaus - für mich sehen alle Tschechen gleich aus. :)

    Irgendwann im Laufe des Jahres können wir uns treffen.

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