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Dienstag, 26. Juni 2012

"eHighway": Autosteinzeit aufgepeppt

"Der Güterverkehr nimmt zu, die Umwelt ächzt: Die Idee, Lastwagen mithilfe von Oberleitungen elektrisch über die Straßen zu schicken, erscheint gar nicht so abwegig. Hybrid-Lkw werden getestet."
Das zeitgenössische Faible für Elektroautos ist mir absolut unklar. Der erste Elektromotor wurde 1834 entwickelt. Der Ottomotor 1876. Der Dieselmotor 1892.

Wer sich einigermaßen in der Wissenschaftsgeschichte auskennt, der weiß das die Entwicklung jeder neuen technischen Innovation, nach einer Sturm und Drang Phase, auf ein Plateau zu läuft, auf den Neuerungen nur noch marginaler Natur und weitere Leistungssteigerungen an natürliche Grenzen stoßen. Fahrrad als Beispiel: Man kann den Wirkungsgrad eines technischen Prinzips sukzessive steigern, aber nicht ins Unendliche extrapolieren.

Alle aufgezählten Motoren sind weitgehend technisch ausentwickelt; große technologische Sprünge nicht zu erwarten; neue Antriebsprinzipien nicht in Sicht. Das sich der Elektromotor in der Automobilindustrie, auch mit Oberleitungen, nicht durchsetzen konnte, hat technische Gründe, die bis heute nicht ausgeräumt sind. Oberleitungen verweisen auf das eigentliche Problem von Elektromobilen, es ist die ineffiziente Versorgung des Motors mit Energie. Autonome Elektroautos können in dieser Hinsicht bis heute nicht mit dem Verbrennungsprinzip konkurrieren. Wenn nicht ein handlicher, kleiner Reaktor erfunden wird, der mittels „kalter Kernfusion“ (Ironie) ausreichend Energie produziert, wird sich daran so schnell nichts ändern.

Fahrzeuge, die mit Oberleitungen über Straßen brausen, sind ein alter Hut und ihre Störanfälligkeit im schienenlosen Verkehr legendär. Daran wird sich auch dann nichts ändern, wenn man uralte Konzepte mit neumodischen Namen aufpeppt.
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(1) "eHighway": Elektro-Brummis mit Oberleitung für die Autobahn; WELT ONLINE:

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