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Mittwoch, 29. Mai 2013

Von Schwaben-Schwuchteln und Hobby-Nazis

Komme gerade aus dem Dorfkiosk. Der macht um sechs Uhr morgens auf und ist zu der Zeit schon Sammelpunkt für Leute, die mit einem Frühstücksbier den schalen Geschmack der Nacht herunterspülen. Man wird dort immer auch Ohrenzeuge diverser ‚filosofischer‘ Ergüsse über Schwaben-Schwuchteln und Hobby-Nazis. Erstaunlich ist es allemal, wie das ‚niedere‘ Volk die mediale Dauerberieslung wegsteckt und mit seiner Meinung nicht hinterm Berge hält. Hierher verirrt sich die Staatsmacht in der Regel nicht, wird doch schon ein BILD-Leser als großkopferter Stadtmensch verdächtigt. Eigentlich müssten der Politik die Ohren klingen, aber die macht um solche Dörfer einen großen Bogen, weil es hier weder Pfründe noch Blumentöpfe gibt, die man gewinnen könnte. Selbst die NPD hat hier schon resigniert, an den dicken Bauernschädeln prallen offenbar sogar radikale Parolen wirkungslos ab. Ich verlasse den Laden mit dem schönen Gefühl, das die Welt wenigstens auf dem Lande noch in rechter Ordnung ist.

Kommentare:

  1. Gehe ganz gerne in solche Beizen und Kioskschänken - aus anverwandten Gründen übrigens. Derweil bekommen mich in irgendwelche "angesagten" Clubs keine zehn Pferde ...

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    1. Ich bin von Hamburg nach Bruchheim gezogen und ich bereue es bis heute nicht.

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